Segelflugplatz Rheinstetten war gleich doppelt gesperrt – nun darf eingeschränkt wieder geflogen werden

Segelflugplatz Rheinstetten war gleich doppelt gesperrt – nun darf eingeschränkt wieder geflogen werden

Juli 2, 2020 Uncategorized 0

Im Rahmen von Sondierungsarbeiten bei der Landesanstalt Pflanzenzucht wurde vor knapp einem Jahr, am 26. August 2019, eine 500 kg schwere Fliegerbombe in der Nähe des Segelfluggeländes Rheinstetten gefunden und entschärft. In diesem Zuge wurde ein 500 Meter Sicherheitsradius definiert, der sogar zur teilweisen Evakuierung von Mitarbeitern der nahegelegenen Fleischfabrik führte. Seither waren die Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes Dauergäste auf dem Flugfeld: Am 17. Oktober 2019 wurde eine weitere, 1000 kg schwere Fliegerbombe zwischen Flugplatz und Wald gefunden. Eine Gefahr ging von ihr glücklicherweise nicht mehr aus. Jedoch lieferte der zweite Fund genügend Gründe für Analysen auch auf dem Flugplatz.

Wie alle anderen Vereinsaktivitäten auch, wurde Corona-Bedingt der Flugbetrieb am Segelflugplatz Rheinstetten ab dem 17. März 2020 eingestellt. Kurz darauf kam die zweite Hiobsbotschaft für die Rheinstettener Flieger: Bei der Prüfung des Flugfelds stellte sich heraus, dass es in der Vergangenheit als Truppenübungsplatz diente. So wurden über 1.800 Anomalien auf dem Gelände identifiziert – vom Metallsplitter bis zu Überresten von Handgranaten. Mit dieser Nachricht war der Flugplatz gleich aus einem zweiten Grund gesperrt. Bis Mitte Juni dauerten die Arbeiten des Kampfmittelräumdienstes. Entsprechend viel Material wurde aus dem Boden entfernt.

Am 30. Mai 2020 dann endlich die Freigabe großer Teile des Flugfeldes: Mit Ausnahme unter anderem eines Streifens im Norden an der Waldseite und den Corona-geschuldeten Maßnahmen dürfen die Flieger des Flugsportvereins wieder abheben. Allerdings gelten auch hier die Corona-Abstandsregeln und im Doppelsitzer wird mit Maske geflogen.

„Ich bin sehr glücklich, wieder fliegen zu dürfen. Das hat mir sehr gefehlt!“, so einer der Rheinstettener Piloten nach den ersten Starts in 2020.

Text: Ludwig Eisenbeis; Foto: Adrian Bittner